Freitag, 27. November 2015

Kulturpessimismus gibt's auch mit Humor

Bild von 9gag
Heute wurde ich von Fabio auf diesen Beitrag hingewiesen, dass der ja ziemlich kulturpessimistisch sei. Aber normalerweise sieht man ja kulturpessimistische Beiträge nicht auf 9gag (Wikipedia), und wenn, dann "sieht" der ganze Beitrag auch irgendwie negativer aus. Nicht so pseudolustig wie dieses hier, wobei ich natürlich nicht weiss, ob der Zeichner dieser Karikatur an Kulturpessimismus gedacht hat, als er dieses Bild zeichnete, wenn er das überhaupt kennt.

Weil eigentlich ist das ja auch ein völlig überzeichnetes Bild: Nur weil es irgendwo gratis WLAN gibt, heisst das noch lange nicht, dass dort nicht auch gelesen wird oder sonst etwas soziales gemacht wird. Aus meiner Sicht wird es nämlich so dargestellt, dass ein Buch lesen eine viel uninteressantere Zeitbeschäftung ist. Dabei kann man ja auch auf einem E-Book-Reader (Wikipedia), auf dem Smartphone, dem Tablet und sogar dem PC ein Buch lesen. Und wieso sollte man sich nicht zuerst ein Buch holen und dann rüber gehen? Mal abgesehen davon, dass heutzutage viele Leute sowieso über einen Mobiltarif verfügen, bei dem es Inklusivdatenvolumen gibt. Wie gesagt, alles etwas übertrieben und vermutlich gar nicht als Kulturpessimismus (Wikipedia) in die Welt gesetzt.

Und eigentlich sollte das WLAN doch eh durch eine Wand durch reichen. ;)

Kommentare:

  1. Wie meinst du, dass die Beiträge bei 9gag sonst negativer aussähe ?
    Sehr gute Idee darüber zu schreiben, versuch aber vielleicht ein wenig genauer oder deutlicher zu schreiben, damit es klarer ist (Ich muss mir das auch vornehmen :'D)

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  2. Guter Gegenstand für einen Post. Auch Ihre Einwände kann ich nachvollziehen. Und tatsächlich lesen viele online Zeitung und auch längere Texte, zu beobachten etwa auf längeren Zugstrecken (mind. 1 Stunde). Dennoch bin ich mir fast sicher, dass hier Kulturkritik geübt wird, die macht meines Erachtens auch vor 9gag nicht Halt.
    Ich habe zwar keine Zahlen vorzuweisen, aber würde folgende Hypothese aufstellen: Auf 100 User an einem öffentlichen HotSpot benützen 99 das Smartphone für Kurzfutter und 1, um was Längeres zu lesen, und sei es Trivialliteratur wie Shades of Grey. Damit will ich nicht sagen, dass früher mehr Menschen Bücher gelesen hätten, sondern dass das Smartphone neue Möglichkeiten für das Erfüllen uralter Bedürfnisse geschaffen hat (sich ablenken, in Kontakt sein, Aufmerksamkeit generieren, sich rasch informieren etc.), die einen HotSpot den Status einer infrastrukturellen Oase verleihen, eine ›Tankstelle für Ablenkung & Co.‹. Hypothese 2: Kurzfutter kostet weniger Konzentration als ein Buch zu lesen. Hypothese 3: Der Mensch ist träge und strengt sich oft nur ungern an. Daraus ziehe ich den Schluss, dass der Zeichner zwar womöglich übertreibt, die Tendenz aber korrekt einschätzt.

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