Samstag, 5. Dezember 2015

Review zu "Endstation Sehnsucht"

Quelle: Kurtheater Baden
Wir waren zusammen mit einigen anderen Englischklassen der ersten und zweiten Kanti am 15. November im Kurtheater Baden um "Endstation Sehnsucht" zu schauen. Eins vorab, dieses Stück ist sehr wirr, und wenn man nicht zumindest, so wie ich, vorher eine kurze Schnellbleiche davon bekommt, was im Buch passiert, wäre man während des Stücks hilflos verloren. Andere Klassen kamen in den Genuss, das Buch vorher im Unterricht gelesen zu haben, ich werde ihre Meinung in meinem eigenen Ermessen hier einfliessen lassen.

Es geht um zwei Geschwister, Blanche und Stella. Stella ist mehr oder weniger glücklich verheiratet mit Stanley, der sie zwar sehr liebt, aber manchmal kann er sich nicht unter Kontrolle halten und schlägt sie im Eifer des Gefechts. Blanche fühlt sich wohlhabender, dies war sie auch, doch jetzt musste sie sogar den Familienwohnsitz "La Belle Rêve" verkaufen, da in letzter Zeit sehr viele Familienmitglieder gestorben sind und Beerdigungen sehr ins Geld gehen. Blanche kommt dann "zu Besuch" bei Stella. Sie will den Verlust vor Stella nicht gestehen, doch Stanley kommt dahinter. Es kommt heraus, dass Stella schwanger wird. Im Laufe der Geschichte sieht man das Blanche mit schweren psychischen Problemen zu kämpfen hat. Sie probiert es mit einer Beziehung mit einem Freund von Stanley, Mitch, der deutlich netter als Stellas Ehemann ist. Es kommt dann soweit, dass Stanley Mitch einige dunkle Geheimnisse aus Blanches Vergangenheit erzählt. Da Mitch wegen seiner todkranken Mutter lieber eine normale Frau hätte, lässt er sie stehen. Am Ende der Geschichte lässt sich Blanche in eine Psychiatrie bringen. Dann geht das Licht aus.

Ich finde die Geschichte war etwas wirr und es war unklar, weshalb beispielsweise die Küche von Stanley und Stellas Appartement, in der das Stück spielt, in einer Kiste aus Holz und Glas ist und wieso es hinten an der Bühne Ventilatoren hat. Die sogar ohne einen (zumindest mir) klaren Grund in das Stück eingebunden wurden. Unter anderem habe ich auch gehört, dass das Stück viel mehr in Richtung Komödie gehe, als es laut Buch sein sollte, nämlich ziemlich dramatisch. Ebenfalls aufgeschnappt habe ich, selbst kann ich das aufgrund des fehlenden Wissens nicht beurteilen, dass die Rolle von Stanley nicht sehr gut gespielt wurde. Im Grossen und Ganzen also ziemliches Durchschnittsware.

Und etwas ganz Lustiges, das mir aufgefallen ist, werde ich nächsten Donnerstag in einem neuen Post erzählen. Also bleibt dran.

Ein kleiner Tipp: Es hat ein Wenig etwas mit diesem Blogpost von Fabio zu tun.

Kommentare:

  1. Ein ausführlicher Eintrag mit vielen Informationen auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Ihre Zusammenfassung der Handlung in wenigen Sätzen ist präzise und lässt eigentlich keine Fragen offen, das Stück scheint recht simpel zu sein (das ist es ja auch). Einleitend sagen Sie jedoch, das »Stück« sei »wirr«, eine harte Kritik. Nur versteht man die nicht ganz. Meinen Sie jetzt die Vorlage (=das Stück) oder die Inszenierung (=Umsetzung im Kurtheater)? Warum hat man die Handlung nicht ohne Nachhilfe verstanden? Lag es an den Bühnenelementen, die Sie im letzten Abschnitt erwähnen? Ein weiterer Punkt: Das Verhältnis des Theaters zu Realismus ist ein komplett anderes als in Spielfilmen, vor allem solchen des Mainstream. Im Theater arbeitet man oft sehr stark mit abstrakten Elementen (z.B. den Ventilatoren), die den Zuschauer fordern. Wer das also grundsätzlich hinterfragt (was soll das?), muss sich dessen bewusst sein, dass er auch einen Interpretationsansatz liefern könnte, z.B. indem er die Wirkung beschreibt, die solche Elemente auf einen hatten und die weiter geht als Daumen hoch oder Daumen runter :) Fazit: In Rezensionen ist die persönliche Meinung gefragt, man muss sich aber auch gut überlegen, was man mit welcher Begründung kritisiert. Insgesamt ein aufschlussreicher Eintrag!

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    1. Mit wirr meine ich, dass man der Geschichte, so wie sie im Kurtheater vorgeführt wurde, nicht so gut folgen konnte. Der Plot war nicht so klar wie zum Beispiel bei "Ein Volksfeind". Ich kann aber leider nicht sagen, ob das Buch einen besser aufklärt, da ich es ja leider nicht lesen konnte.

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